Bernard Lietaer: Das Geld der Zukunft

By cluid

Geld ist für eine Großteil der Menschheit ein Tabu, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wie man es verdient, wie man damit Transaktionen durchführt und, dass es unser aller Leben maßgeblich bestimmt ist den meisten bekannt, doch selten machen wir uns genaue Gedanken darüber, wie es überhaupt entsteht und ob es Alternativen zum bestehenden System gibt. Geld scheint so subtil aber tiefgreifend in unserer Weltanschauung verwurzelt zu sein, dass wir es kaum wagen es ernsthaft zu hinterfragen.

Bernard Lietaer hingegen wagt mit seinem Buch “Das Geld der Zukunft” von 1999 den Versuch dem Laien das Finanzsystem ohne den Gebrauch von komplexen geldtheoretischen Zusammenhängen verständlich zu machen um danach Alternativen zum momentanen Währungssystem aufzuzeigen, die der Überwindung der fundamentalen Problemstellungen der heutigen “zivilisierten” Welt dienlich sein sollen. Die Überalterung der Geselleschaft, die Informationsrevolution, die steigende Währungsinstabilität und die ökologischen Konflikte, die sich durch den technischen Fortschritt ergeben haben, sind seiner Meinung nach sich weiterhin zuspitzende Erscheinungen, die zwangsläufig zur einer Veränderung unseres Leben auf der Erde führen werden. Lietaer geht von einer Art Epochenübergang aus und schlägt zur Überwindung der “Zeit zwischen den Geschichten” ein neues, mehrschichtiges Währungssytem vor, welches aus den jeweiligen Landeswährungen, lokalen Komplementärwährungen und einer globalen Referenzwährung bestehen solle.

Mir persönlich hat das Buch insofern geholfen, als dass es mir eine relativ einfache Übersicht über das Finanzsystem verschafft hat. Lietaer nimmt Bezug zu wenigen wichtigen Ereignissen der globalen Finanzgeschichte, w. z. B. dem Bretton-Woods-Abkommen und lockert mit interessanten Einschüben die Trockenheit der Materie ein wenig auf.  Die Zusammenhänge erschliessen sich auch jemandem, der keine VWL Vorlesungen besucht und ich war verblüfft, wie einfältig ich bisher den Begriff “Geldschöpfung” verstanden habe.  Mit Hilfe dieses Wissens lassen sich dann auch seine Lösungsvorschläge relativ leicht nachvollziehen. Die Bewertung über die Wirksamkeit dieser Ansätze überlasse ich an dieser Stelle den Experten. Mit Sicherheit hätten einige Ausführungen ein wenig kürzer dargelegt werden können, zumal sich einige Aspekte mehrmals wieder finden lassen, trotzdem würde ich jedem Interessierten dieses Buch weiterempfehlen.

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